Das Infografik 1×1: Wie kreiert man eine gute Infografik?

Obwohl sie erst vor ein paar Jahren aufgekommen sind, ist die Bedeutung von Infografiken heute enorm gross. Infografiken zeigen wichtige Daten und Zusammenhänge auf einen Blick und können die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema lenken. Doch um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen, muss man erst mal eine Infografik erstellen.

Infografiken sind toll! Der sonst eher schwierige Part der Vermittlung von Zahlen und Daten kann durch eine Infografik massiv erleichtert werden – ja, sogar Spass machen. Durch die Visualisierung von komplexen Inhalten können diese vom Betrachter einfacher und schneller verarbeitet werden und generieren im besten Fall sogar Anschlusskommunikation.
Kurz und gut: Infografiken sind grossartiges Content Marketing!
Das Ziel ist nun also, eine tolle Infografik zu kreieren. Doch stop. Wie geht das überhaupt? Ohne gross Geld für ein Grafikprogramm (z.B. Adobe Illustrator CS4) auszugeben? Und – wie im Fall der Autorin – ohne jegliches gestalterisches Knowledge und Talent?

Los geht also die Suche nach einer Lösung, welche diese beiden Hindernisse beseitigen kann. Glücklicherweise gibt es das Internet. In den weiten des World Wide Webs gibt es zig Programme und Anleitungen, die nur darauf warten dir beim erstellen deiner Infografik zu helfen. Im folgenden werden zwei Programme beziehungsweise Websites vorgestellt, die das Unterfangen erheblich erleichtern.

1. Infogram
Infogram
ist ein grossartiges Tool für Anfänger im Bereich Infografik und bracht absolut null branchenbezogenes Vorwissen. Die Site ist sehr übersichtlich gestaltet, nur zwei Klicks und man befindet sich im tatsächlichen Design Prozess. Zuerst muss man sich aber Anmelden (gratis!) hat dann die Qual der Wahl zwischen sechs bereitgestellten Designs (die Wahl der Designs ist warscheinlich der komplizierteste Part, sind doch alle sehr hübsch!). Der Rest geht wie von alleine: über die Buttons kann man Diagramme, Karten, Videos und Bilder in die Infografik einfügen und mit nur wenigen Klicks bearbeiten. Besonders toll ist, dass man die Daten für ein Diagramm oder eine Karte nicht mühsam von Hand eintippen muss, sondern direkt vom eigenen Rechner hochladen kann. Auch Beschriftungen und Text einzufügen funktioniert absolut intuitiv. Toll ist auch der Button, der es erlaubt direkt eine Notzitz über das Copyright einer Infografik einzufügen und somit zumindest formell seine Rechte sichert.
Auch einzelne Diagramme können über Infogram erstellt werden; seine eigenen Diagramme und Infografiken kann man in der Accounteigenen Library hinterlegen und hat somit schnellen Zugriff darauf.
Innerhalb von gefühlten fünf Minuten kann man also tatsächlich eine Infografik herstellen, die auch noch etwas hergibt.

Natürlich hat das Tool auch Nachteile. Der wohl grösste Nachteil ist, dass die Auswahl an Designs und was man damit selber anstellen kann sehr beschränkt ist. Möchte man mehr als nur Diagramme und Karten, zum Beispiel die tollen Strichmännchen und Icons die Infografiken oft beinhalten, muss weitergesucht werden.

Fazit: Tolles Anfängertool, das einfach und schnell zu guten aber Inhaltlich begrenzten Infografiken verhilft.

2. Piktochart
Ein zweites Tool ist Piktochart. Wie schon bei Infogram muss man sich um Piktochart nutzen zu können zuerst anmelden. Im Gegensatz zu Infogram geht dies bei Piktochart aber auch via Facebook oder Twitter – einen neuen Account zu kreieren ist also nicht zwingend notwendig.
Piktochart bietet zwei verschiedene Modi der Nutzung an: Ist man mit einer begrenzten Auswahl an Designs und Funktionen zufrieden, kann man die Gratisversion des Tools gut gebrauchen. Ein Upgrade zu Piktochart Pro! bietet mehr als 100 Designs und erweiterte Funktionen. Ausserdem ist das Piktochart Logo nicht mehr auf jeder Infografik sichtbar. Für den professionellen Gebrauch ist also eine Investition in Piktochart Pro! sicher empfehlenswert.
Hier soll die Gratisversion erstmal ausreichen. Auch bei Piktochart startet man den Gestaltungsprozess, indem man eines von sechs bereitgestellten Designs auswählt. Das Design kann dann in einem zweiten Schritt farblich verändert werden, indem man eine andere Farbpalette wählt. Die einzelnen Textfragmente können mit dem Design variierend weiter in verschiedenen Schriftarten und -grössen in die Infografik eingefügt werden. Mit nur wenigen Klicks kann man also schon eine einzigartige Stimmung kreieren.
Die Begeisterung steigt weiter, wenn man auf den ‘edit info’ Button Klickt. Eine – schon bei der Gratisversion grossartige – Auswahl an Formen, Icons, Grafiken usw. können via Drag and Drop in die Infografik integriert werden. Den Daten können also mit Strichmännchen, Pfeilen und Diagrammen unendlich mehr Leben eingehaucht werden. Auch bei Piktochart können die Diagramme direkt mit Daten vom eigenen Rechner automatisch erstellt werden, was den Arbeitsprozess erheblich erleichtert.
Hat man den Designprozess beendet, kann die Infografik gespeichert und heruntergeladen werden. Auch hier gibt es betreffend Formaten einen unterscheid zwischen der Gratis- und der Pro!-Version.

Und so sieht das ganze aus.

Kritikpunkte an Piktochart zu finden ist äusserst schwierig – das Tool ist echt toll. Der einzige Kritikpunkt der zwecks Ausgeglichenheit des Beitrags angebracht werden kann, ist der Faktor Zeit. Eine Infografik über Piktochart zu erstellen ist zwar einfach, trotzdem ist das Unterfangen zeitraubend – eine Stunde muss locker gerechnet werden. Wie bei jeder anderen Fähigkeit heisst es aber auch bei der Erstellung von Infografiken: Üben, üben, üben!

Fazit: Geniales Tool, sowohl die kostenlose als auch die Pro!-Variante sind für die Erstellung von hochwertigen Infografikten sehr empfehlenswert.

Soweit so gut. Hat man das passende Tool mal gefunden, muss nur noch Daten reintippen und finito. Nichts leichter als das, oder? Leider ist ein gutes Programm noch keine Garantie für eine herausragende Infografik.
Doch wie erstellt man eine spannende Infografik?

Wähle ein Thema.
Bei der Themenwahl sind Überraschungseffekt und Einzigartigkeit von Vorteil. Ein unoriginelles Thema, das im Internet schon hundertmal diskutiert wurde, kann auch mit der besten Infografik nicht sonderlich spannender gemacht werden. Weiter sollte die Nützlichkeit beachtet werden. Eine Infografik, die einem auch tatsächlich weiterhilft, findet sicherlich mehr Beachtung als eine sinnlose. Ist man aber dazu gezwungen, ein unoriginelles, nutzloses Thema zu bearbeiten – kommt schon auch mal vor – kann man ja zumindest darauf achten, den Titel spannend zu gestalten und so die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Finde verlässliche Daten.
Infografiken sollen in erster Linie informieren. Deshalb ist die Recherche nach verlässlichen, gut aufbereiteten Daten zentral. Eine gute Liste von Datenpools findet sich hier. Wichtig ist ausserdem, dass die Quelle der Daten immer angegeben wird. So können Aussenstehende die Infografik nachvollziehen und bei Bedarf überprüfen, was die Glaubwürdigkeit und Qualität der Infogragik massiv steigert.

Erzähle eine Geschichte.
Wie bei jeder Präsentation oder Arbeit sollte auch die Aufbereitung einer Infografik einem logischen Aufbau folgen und die Informationen nicht einfach random zusammenwürfeln. Wie schon gesagt, ist der Titel enorm wichtig – beispielsweise ist die Chance bei einer Suche im World Wide Web gefunden zu werden massiv höher, wenn der Titel gute Keywords enthält. Unter der Titelzeile sollte ein die Infografik zusammenfassender Einführungssatz stehen.
Beim Hauptteil der Infografik kann man verschiedenen Prinzipien folgen. In einem klassischen Aufbau fängt man mit einer Einleitung bzw. These an, führt diese dann mit mehreren Beispielen aus und kommt schliesslicht zu einem abschliessenden Fazit. Eine Alternative dazu wäre, nur einen Punkt zu machen und diesen in der Infografik weiter auszuführen. Auch sehr beliebt sind Vergleiche, beispielsweise zwischen zwei verschiedenen Produkten und ihrem Verkaufserfolg.

Konzentriere dich auf das wichtige.
Die wohl zentralste Regel beim erstellen einer Infografik: Weniger ist immer mehr. Zu viele Informationen machen das Ziel einer Infografik, nämlich Daten übersichtlich darzustellen, auf einen Schlag zunichte. Konzentriere dich also auf eine Kernaussage, die du mit der Infografik an den Mann bringen willst.

 

Eine Infografik erstellen tönt nach der ganzen Recherche superkompliziert und anstrengend. Doch der Aufwand ist es auch wert! Und Infografiken können auch tatsächlich Spass machen – besonders solche, die sich von selbst machen wie zum Beispiel die auf Visually erstellt werden können.

 

Dies ist ein studentischer Beitrag von Sonia Wieser (@SoniaWeasley), den sie im Rahmen der Vorlesung “Online-Marketing” verfasst hat. Sonia Wieser studiert Poltikwissenschaften und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Zürich und beschränkt ihre kreativen Ergüsse normalerweise auf ihr Skizzenbuch.

About

Sonia studiert Politikwissenschaften und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften im dritten Semester an der Universität Zürich. Als Ausgleich zum strengen Studentenleben arbeitet sie in einem Klub und in einer Bar.

Posted in Infografik, studentischer Beitrag

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