Das Infografik 1×1: Wie kreiert man eine gute Infografik?

Obwohl sie erst vor ein paar Jahren aufgekommen sind, ist die Bedeutung von Infografiken heute enorm gross. Infografiken zeigen wichtige Daten und Zusammenhänge auf einen Blick und können die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema lenken. Doch um in den Genuss dieser Vorteile zu kommen, muss man erst mal eine Infografik erstellen.

Infografiken sind toll! Der sonst eher schwierige Part der Vermittlung von Zahlen und Daten kann durch eine Infografik massiv erleichtert werden – ja, sogar Spass machen. Durch die Visualisierung von komplexen Inhalten können diese vom Betrachter einfacher und schneller verarbeitet werden und generieren im besten Fall sogar Anschlusskommunikation.
Kurz und gut: Infografiken sind grossartiges Content Marketing!
Das Ziel ist nun also, eine tolle Infografik zu kreieren. Doch stop. Wie geht das überhaupt? Ohne gross Geld für ein Grafikprogramm (z.B. Adobe Illustrator CS4) auszugeben? Und – wie im Fall der Autorin – ohne jegliches gestalterisches Knowledge und Talent?

Los geht also die Suche nach einer Lösung, welche diese beiden Hindernisse beseitigen kann. Glücklicherweise gibt es das Internet. In den weiten des World Wide Webs gibt es zig Programme und Anleitungen, die nur darauf warten dir beim erstellen deiner Infografik zu helfen. Im folgenden werden zwei Programme beziehungsweise Websites vorgestellt, die das Unterfangen erheblich erleichtern.

1. Infogram
Infogram
ist ein grossartiges Tool für Anfänger im Bereich Infografik und bracht absolut null branchenbezogenes Vorwissen. Die Site ist sehr übersichtlich gestaltet, nur zwei Klicks und man befindet sich im tatsächlichen Design Prozess. Zuerst muss man sich aber Anmelden (gratis!) hat dann die Qual der Wahl zwischen sechs bereitgestellten Designs (die Wahl der Designs ist warscheinlich der komplizierteste Part, sind doch alle sehr hübsch!). Der Rest geht wie von alleine: über die Buttons kann man Diagramme, Karten, Videos und Bilder in die Infografik einfügen und mit nur wenigen Klicks bearbeiten. Besonders toll ist, dass man die Daten für ein Diagramm oder eine Karte nicht mühsam von Hand eintippen muss, sondern direkt vom eigenen Rechner hochladen kann. Auch Beschriftungen und Text einzufügen funktioniert absolut intuitiv. Toll ist auch der Button, der es erlaubt direkt eine Notzitz über das Copyright einer Infografik einzufügen und somit zumindest formell seine Rechte sichert.
Auch einzelne Diagramme können über Infogram erstellt werden; seine eigenen Diagramme und Infografiken kann man in der Accounteigenen Library hinterlegen und hat somit schnellen Zugriff darauf.
Innerhalb von gefühlten fünf Minuten kann man also tatsächlich eine Infografik herstellen, die auch noch etwas hergibt.

Natürlich hat das Tool auch Nachteile. Der wohl grösste Nachteil ist, dass die Auswahl an Designs und was man damit selber anstellen kann sehr beschränkt ist. Möchte man mehr als nur Diagramme und Karten, zum Beispiel die tollen Strichmännchen und Icons die Infografiken oft beinhalten, muss weitergesucht werden.

Fazit: Tolles Anfängertool, das einfach und schnell zu guten aber Inhaltlich begrenzten Infografiken verhilft.

2. Piktochart
Ein zweites Tool ist Piktochart. Wie schon bei Infogram muss man sich um Piktochart nutzen zu können zuerst anmelden. Im Gegensatz zu Infogram geht dies bei Piktochart aber auch via Facebook oder Twitter – einen neuen Account zu kreieren ist also nicht zwingend notwendig.
Piktochart bietet zwei verschiedene Modi der Nutzung an: Ist man mit einer begrenzten Auswahl an Designs und Funktionen zufrieden, kann man die Gratisversion des Tools gut gebrauchen. Ein Upgrade zu Piktochart Pro! bietet mehr als 100 Designs und erweiterte Funktionen. Ausserdem ist das Piktochart Logo nicht mehr auf jeder Infografik sichtbar. Für den professionellen Gebrauch ist also eine Investition in Piktochart Pro! sicher empfehlenswert.
Hier soll die Gratisversion erstmal ausreichen. Auch bei Piktochart startet man den Gestaltungsprozess, indem man eines von sechs bereitgestellten Designs auswählt. Das Design kann dann in einem zweiten Schritt farblich verändert werden, indem man eine andere Farbpalette wählt. Die einzelnen Textfragmente können mit dem Design variierend weiter in verschiedenen Schriftarten und -grössen in die Infografik eingefügt werden. Mit nur wenigen Klicks kann man also schon eine einzigartige Stimmung kreieren.
Die Begeisterung steigt weiter, wenn man auf den ‘edit info’ Button Klickt. Eine – schon bei der Gratisversion grossartige – Auswahl an Formen, Icons, Grafiken usw. können via Drag and Drop in die Infografik integriert werden. Den Daten können also mit Strichmännchen, Pfeilen und Diagrammen unendlich mehr Leben eingehaucht werden. Auch bei Piktochart können die Diagramme direkt mit Daten vom eigenen Rechner automatisch erstellt werden, was den Arbeitsprozess erheblich erleichtert.
Hat man den Designprozess beendet, kann die Infografik gespeichert und heruntergeladen werden. Auch hier gibt es betreffend Formaten einen unterscheid zwischen der Gratis- und der Pro!-Version.

Und so sieht das ganze aus.

Kritikpunkte an Piktochart zu finden ist äusserst schwierig – das Tool ist echt toll. Der einzige Kritikpunkt der zwecks Ausgeglichenheit des Beitrags angebracht werden kann, ist der Faktor Zeit. Eine Infografik über Piktochart zu erstellen ist zwar einfach, trotzdem ist das Unterfangen zeitraubend – eine Stunde muss locker gerechnet werden. Wie bei jeder anderen Fähigkeit heisst es aber auch bei der Erstellung von Infografiken: Üben, üben, üben!

Fazit: Geniales Tool, sowohl die kostenlose als auch die Pro!-Variante sind für die Erstellung von hochwertigen Infografikten sehr empfehlenswert.

Soweit so gut. Hat man das passende Tool mal gefunden, muss nur noch Daten reintippen und finito. Nichts leichter als das, oder? Leider ist ein gutes Programm noch keine Garantie für eine herausragende Infografik.
Doch wie erstellt man eine spannende Infografik?

Wähle ein Thema.
Bei der Themenwahl sind Überraschungseffekt und Einzigartigkeit von Vorteil. Ein unoriginelles Thema, das im Internet schon hundertmal diskutiert wurde, kann auch mit der besten Infografik nicht sonderlich spannender gemacht werden. Weiter sollte die Nützlichkeit beachtet werden. Eine Infografik, die einem auch tatsächlich weiterhilft, findet sicherlich mehr Beachtung als eine sinnlose. Ist man aber dazu gezwungen, ein unoriginelles, nutzloses Thema zu bearbeiten – kommt schon auch mal vor – kann man ja zumindest darauf achten, den Titel spannend zu gestalten und so die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Finde verlässliche Daten.
Infografiken sollen in erster Linie informieren. Deshalb ist die Recherche nach verlässlichen, gut aufbereiteten Daten zentral. Eine gute Liste von Datenpools findet sich hier. Wichtig ist ausserdem, dass die Quelle der Daten immer angegeben wird. So können Aussenstehende die Infografik nachvollziehen und bei Bedarf überprüfen, was die Glaubwürdigkeit und Qualität der Infogragik massiv steigert.

Erzähle eine Geschichte.
Wie bei jeder Präsentation oder Arbeit sollte auch die Aufbereitung einer Infografik einem logischen Aufbau folgen und die Informationen nicht einfach random zusammenwürfeln. Wie schon gesagt, ist der Titel enorm wichtig – beispielsweise ist die Chance bei einer Suche im World Wide Web gefunden zu werden massiv höher, wenn der Titel gute Keywords enthält. Unter der Titelzeile sollte ein die Infografik zusammenfassender Einführungssatz stehen.
Beim Hauptteil der Infografik kann man verschiedenen Prinzipien folgen. In einem klassischen Aufbau fängt man mit einer Einleitung bzw. These an, führt diese dann mit mehreren Beispielen aus und kommt schliesslicht zu einem abschliessenden Fazit. Eine Alternative dazu wäre, nur einen Punkt zu machen und diesen in der Infografik weiter auszuführen. Auch sehr beliebt sind Vergleiche, beispielsweise zwischen zwei verschiedenen Produkten und ihrem Verkaufserfolg.

Konzentriere dich auf das wichtige.
Die wohl zentralste Regel beim erstellen einer Infografik: Weniger ist immer mehr. Zu viele Informationen machen das Ziel einer Infografik, nämlich Daten übersichtlich darzustellen, auf einen Schlag zunichte. Konzentriere dich also auf eine Kernaussage, die du mit der Infografik an den Mann bringen willst.

 

Eine Infografik erstellen tönt nach der ganzen Recherche superkompliziert und anstrengend. Doch der Aufwand ist es auch wert! Und Infografiken können auch tatsächlich Spass machen – besonders solche, die sich von selbst machen wie zum Beispiel die auf Visually erstellt werden können.

 

Dies ist ein studentischer Beitrag von Sonia Wieser (@SoniaWeasley), den sie im Rahmen der Vorlesung “Online-Marketing” verfasst hat. Sonia Wieser studiert Poltikwissenschaften und Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Zürich und beschränkt ihre kreativen Ergüsse normalerweise auf ihr Skizzenbuch.

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Wieso Infografiken grossartiges Content Marketing sind

„Informationsgrafik (kurz: Infografik) ist die visuelle Repräsentation von Gesamtzusammenhängen in einer Abbildung.“

Wikipedia ist zwar ein gutes Nachschlagewerk für schnell auffindbare und einigermassen seriöse (aber nicht wissenschaftliche) Informationen, besonders lesefreundlich ist die freie Enzyklopädie aber nicht immer. Wie heisst es so schön, ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Kuchendiagramme, Balkendiagramme, zweidimensional… dreidimensional… doch das ist doch verständlich! Und schon hat man verstanden worum es bei Infografiken geht: Es geht um die visuelle Repräsentation von Gesamtzusammenhängen in einer Abbildung.

Infografik: Popularität steigend!

Wie uns Joe Chernov (@jchernov) erzählt, sind Infografiken im Aufwärtstrend. Blogs und Internetseiten (ich möchte auch „Powerpoint-Präsentationen an der Uni“ hinzufügen) werden von Infografiken regelrecht überschwemmt. Es gibt inzwischen sogar Infografiken über Infografiken!
Bilder sind klar im Vorteil. Sie werden 60‘000 Mal schneller (und z.T. auch simultan) verarbeitet als Text. Eine Studie hat bestätigt, dass Moderatoren mit visueller Unterstützung 43% höhere Effektivität aufweisen. Bei einer Befragung über die Glaubwürdigkeit von Websites kam heraus, dass für 46.1% der Befragten die Gestaltung das wichtigste Kriterium ist.

Das Augentier „Mensch“

Der Spiegel Online untermahlt wissenschaftlich was wir schon lange wissen: Wir glauben, was wir sehen. Der Mensch verlässt sich schon seit seiner Geburtsstunde auf seinen Sehsinn. Hörte man ein Rauschen im Wald, konnte es, von der Schlange bis zum Vogel, alles Mögliche sein. Einen Säbelzahntiger zu riechen oder gar zu spüren, wäre wahrscheinlich ein Unterfangen der Unmöglichkeit gewesen (und wahrscheinlich aus fluchttechnischer Sicht auch zu spät).

Die Zeiten ändern sich und so hat die Evolution auch beim Gebrauch unseres Sehsinns eingesetzt. Infografiken werden eingesetzt, da wir dank ihnen viele und komplexe Informationen in kürzester Zeit aufnehmen können. Der Gott Namens „Wirtschaft“ hat unsere Lebensweise auf maximale Effizienz ausgerichtet und die Infografiken sind in diesem Sinne eine rettende Hand im Informationsdschungel des World Wide Webs.

Eine kleine Anleitung gefällig?

Wie stellt man aber eine Infografik her, die sofort gewünschte Inhalte effizient übermittelt? Wired.com hilft uns da auf die Sprünge:

Step 1: Benutze gute Quellen! Auch wenn es sich um Infografiken auf einem Blog handelt, sollten die dort dargestellten Tatsachen ein Minimum an wissenschaftlichen/journalistischen Standards erfüllen.
Step 2: Erzähl eine Geschichte! Eine Infografik muss nicht unbedingt wunderschön gestaltet sein. Sie bildet jedoch im Idealfall eine Geschichte (inkl. Handlung, Höhepunkt, Finale).
Step 3: Mach sie mobil und persönlich! Was gut auf einem PC ausschaut, schaut evtl. nicht so gut auf dem Smartphone oder dem Tablet aus. Eine Infografik die überall ansprechend dargestellt werden kann, wird auch öfters (und auf verschiedene Medien) geteilt. Können die Betrachter vielleicht sogar zur Grafik etwas beitragen, dann ist die Motivation zum Teilen bestimmt noch höher.

Warum sind Infographiken  also grossartiges Content Marketing? 

Wollen Unternehmen ihre Inhalte/Botschaften möglichst schnell und einfach vermitteln und verbreiten lassen, so ist Content Marketing ein Muss. Infografiken als Vektoren zur Verbreitung dieser Inhalte sind optimal, da der Mensch bekanntlich ein Sehtier ist. Infografiken sind im Idealfall verständlich und bleiben in der Informationsflut immer auf der Oberfläche und gehen nicht in der Masse unter. Man sollte dem Menschen im Endeffekt das geben, was er möchte: Brot, Spiele und bunte Infografiken.

Quellen:

http://blog.mindjet.de/?p=1007
http://ivancash.com/Infographic-of-Infographics
http://www.youtube.com/watch?v=kNICHuIezBM
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wahrnehmung-wie-bilder-den-verstand-taeuschen-a-415299.html
http://www.estrategy-magazin.de/content-marketing-im-unternehmen.html
http://www.wired.com/design/2012/07/you-suck-at-infographics/
https://de.wikipedia.org/wiki/Infografik

„Dies ist ein studentischer Beitrag von Calogero Catavello (@ZorroCH86), den er im Rahmen der Vorlesung “Online-Marketing” verfasst hat. Calogero Catavello studiert Publizistik, Politikwissenschaft und Berufspädagogik. Nebenbei arbeitet er in der Medienbeobachtung bei der ARGUS der Presse AG und am Welcomedesk der Universität Zürich. Freizeit hat er momentan keine.“

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Denn sie wissen nicht was sie tun – warum Unternehmen Social Media noch nicht optimal nutzen

Wir alle hinterlassen im Web täglich unsere digitalen Fussstapfen. Gerade über Social Media geben wir viel von uns Preis: Wir kommentieren, schreiben Empfehlungen, Liken und (Re)Tweeten was das Zeug hält. So sammeln sich riesige Mengen an Daten über uns an, welche viel über uns und unsere Bedürfnisse verraten. (auch interessant dazu: Blogbeitrag von Tobias „Big Data – Grosses kommt auf uns zu“)

Mangel an Analytics und Budget

Für Unternehmen sind diese Daten natürlich besonders interessant, da sie viel über die Nutzer und potentiellen Kunden verraten.

So haben laut einer Studie von Econsultancy and Adobe 41 Prozent der Unternehmen das Gefühl, dass mangelnde Analytics und Nutzerverfolgung sie von einem optimalen Gebrauch von Social Media abhalten.

 

Was hält Ihr Unternehmen davon ab, Social Media Daten optimal zu nutzen?
Grafk aus: Adobe Quarterly Digital Intelligence Briefing

 

Eine weitere Schwierigkeit ist die grosse Vielfalt an Social Media-Kanälen. So fällt es vielen Unternehmen schwer, diese zu integrieren und aussagekräftige Daten daraus zu gewinnen. Folgende Grafik zeigt die Hauptprobleme: Es fehlt an Wissen, um Analytics und Nutzerverfolgung anwenden zu könnnen und an Budget und Tools.

 

Grafik aus econsultancy.com

 

Social Media goes professional 

Diese Probleme zeigen uns einmal mehr auf, das Social Media eben gerade keine easy-job für Praktikanten ist, sondern vielmehr eine anspruchsvolle Tätigkeit für Webprofis ist und nicht nur wegen dem Geld auf volles Commitement aus der Chefetage angewiesen ist.

Darum gilt auch hier: Man muss wissen was man tut, man muss seine Community kennen. Denn was am Ende des Tages den Chef interessiert, sind Zahlen.

Kein Weg führt um Analytics herum

Darum mein Tipp an alle unzufriedenen Social Media und Community Manager da draussen:

Setzt euch mit Analytics auseinander und findet Möglichkeiten eure Bemühungen und Erfolge in Zahlen auszudrücken. Denn wenn der Chef sieht, was es bringt, fliesst das Geld plötzlich auch viel leichter.

In Anbetracht dieser Probleme kann ich euch allen (liebe Studenten) nur ans Herz legen, Pro’s in Analytics zu werden, bei Unternehmen an die Tür zu klopfen und die weit offenen Arme die euch dort erwarten, zu geniessen!

 

Quelle und mehr Infos: http://econsultancy.com/ch/blog/10725-lack-of-analytics-and-budget-is-holding-back-social-marketing-report

 

Dies ist ein studentischer Beitrag von Timna Rother(@timnabib), den sie im Rahmen der Vorlesung “Online-Marketing” verfasst hat. Timna studiert Publizistik und Politikwissenschaften, liebt Katzen (nicht nur die Bilder), Online-Shopping, joggen, basteln und Tee trinken. Nebenbei arbeitet sie im Büro und hoffentlich bald in ihrem Lieblingscafé in lovely Zug.

 

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Street Art als Content

Street Art findet seit einiger Zeit grosse Beachtung bei jungem Publikum. Dies widerspiegelt sich auch in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder flickr. Allein die Seite STREET ART UTOPIA auf Facebook hat 839’311 likes, auf flickr findet man 3’232’749 Fotos zum Suchbegriff Street Art. Aber was muss man sich eigentlich genau unter Street Art vorstellen? Unter dem Begriff Street Art verstand man früher unterschiedliche künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum wie Pflaster-Kreide-Malerei, Strassenmusik, Jonglage oder Strassentheater. Heute ist  der Begriff enger gefasst und bezieht sich auf visuelle künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum, welche kostenlos zugänglich sind und sich ausserhalb der etablierten Orte der Kunstvermittlung befinden. Dies können zum Beispiel Bodenmalereien, Wandbilder, Schablonengraffiti (Stencils) oder Sticker sein. Street Art Akteure kämpfen gegen die Machtverhältnisse im öffentlichen Raum. Sie protestieren durch ihre Kunst gegen die monotonen, stereotypen und sich global angleichenden Stadträume und versuchen einen alternativen Kommunikationskanal zu erstellen.

Bereits seit 2003 werden Teile der Street Art von Unternehmen zweckentfremdet. Grosse Marken wie Puma, Levis oder Adidas nutzen die Techniken, die Ästhetik oder die Kommunikationskanäle der Street Art, um dadurch eine junge, urbane und trendbewusste Zielgruppe zu erreichen. Die Kunst wird dabei als Content verwendet. Die potenziellen Kunden setzen sich mit den Bildern oder den Zeichen auseinander, meist ohne diese als Werbung wahrzunehmen. Oder sie verbreiten sie durch Schablonen sogar selbst weiter. Auch die Musik- und Filmindustrie hat das Potenzial von Street Art längst erkannt. Beispielsweise wurde die reguläre Kampagne des Films „Borat“ weltweit durch Plakate, Stickern und Stencils ergänzt. 2011 hat die Kommerzialisierung der Street Art endgültig auch die Schweiz erreicht. Im Oktober schuf der Strassenkünstler Julian Beever für Betty Bossi am Hauptbahnhof Zürich eine 3-dimensionale Kreidezeichnung einer übergrossen Pizza.

Die Street Art Szene steht der Kommerzialisierung ihrer Kunst gespalten gegenüber. Es gibt immer wieder Künstler, wie Julian Beever, welche sich von Unternehmen anwerben lassen und diese bei ihren Werbekampagnen unterstützen. Dies widerspricht jedoch der ursprünglichen Haltung der Künstler. Strassenkunst kämpft nicht nur gegen sterile Stadtplanungen, sondern auch gegen die starke Präsenz der Werbung und der Dominanz der Handelsketten im öffentlichen Raum.

Dies ist ein studentischer Beitrag von Katrin Imhof (@k_imhof), den sie im Rahmen der Vorlesung “Online-Marketing” verfasst hat. Katrin Imhof studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaften und Wirtschaft an der Universität Zürich.

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Seeding – Viralität gehört gepflanzt

Wer Content produziert und ihn im Internet verbreiten möchte, wird bald feststellen, dass die Webgemeinde nicht so reagiert, wie man es sich im stillen Kämmerchen vorgestellt hat. Das hat nicht unbedingt mit dem Inhalt zu tun, sondern dass ein wichtiger Schritt in der Content Distribution vergessen wurde. Denn Content, egal wie gut er ist, verbreitet sich nicht von alleine.

Die kritische Masse ist kritisch

Vielmehr ist es so, dass jeglicher Inhalt im Netz in eine Masse von Zwillingen hinein geboren wird. Als einer unter tausenden fristet er seine ersten Stunden, unerkennbar für die Zielgruppe, die noch gar nicht weiss, dass sie möglicherweise genau darauf gewartet hat.

Davon auszugehen, dass (guter) Content lediglich durch das kümmerliche Röcheln eines Unternehmens eine Masse von Menschen ansteckt und als Virus durch das Land zieht, ist weit weg von der Realität der meisten Werbetreibenden. So kann das beste Video untergehen und nie in den Twitter Feeds der gewünschten Zielgruppe auftauchen. Selbst wenn darin Katzen gegen Babies mit Lichtschwertern kämpfen während sie Gangnam Style tanzen.

Der Grund dafür ist, dass zu wenige Personen mit dem Inhalt in Kontakt kommen. 1962 hat Everett M. Rogers bereits aufgezeigt, wie sich Innovationen in der Gesellschaft verbreiten. So kann der Diffusionsprozess als S-Kurve beschrieben werden.

Wer Content produziert und ihn im Internet verbreiten möchte, wird bald feststellen, dass die Webgemeinde nicht so reagiert, wie man es sich im stillen Kämmerchen vorgestellt hat. Das hat nicht unbedingt mit dem Inhalt zu tun, sondern dass ein wichtiger Schritt in der Content Distribution vergessen wurde. Denn Content, egal wie gut er ist, verbreitet sich nicht von alleine.

Quelle: Rogers, Everett M. (1963): Diffusion of innovations. New York.

Das heisst eine Innovation wird zu Beginn nur von wenigen Innovatoren und Early Adopters aufgenommen. Die Kurve verläuft erst flach. Erst wenn eine kritische Masse an Personen dabei ist, steigt die Kurve rasant an und die Innovationen erreicht in einer kurzen Zeit die Mehrzahl der Bevölkerung.

Das gleiche Prinzip lässt sich auf virale Inhalte im Internet anwenden. Erst durch das Erreichen einer kritischen Masse an Personen hat der Inhalt die Chance wie von alleine weiterverbreitet, geteilt und so viral zu werden.

Viralität gehört gepflanzt

Wie wird nun eine kritische Masse erreicht? Zur Erklärung ziehen wir eine Metapher aus der Landwirtschaft heran. Der (vorzugsweise gut-fantastische) Content ist unser Samen. In der falschen Umgebung geschieht, genau gleich wie in der Natur, absolut gar nichts damit. Wirft man ihn einfach aus dem Fenster, verendet er mit grosser Wahrscheinlichkeit auf einem kalten Betonboden. Wird er jedoch in die richtige Erde gepflanzt und mit reichlich Wasser begossen, entspringt aus ihm eine Blume, die seine Ausmasse bei weitem übersteigt.

Wir müssen also ackern für unseren Content. Die richtige Erde, das affine Umfeld für ihn finden. Ihn also sähen. Genau das wird unter dem Begriff  ”Seeding” verstanden. Das gezielte streuen und platzieren von Inhalten und Botschaft auf relevanten Plattformen und in affinen Communites. Immer mit dem Ziel durch einen initialen Anstoss aus einem Samen eine Blume werden zu lassen. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob es sich beim Inhalt um ein Werbevideo, einen Wettbewerb, einen Blog oder diese Website handelt: Erst durch Seeding kann sich etwas daraus entwickeln.

Seeding vergoldet nicht

Seeding ist nicht König Midas und macht somit keine irrelevanten Peinlichkeiten zu vielbeachteten Kunstwerken. Es macht deshalb auch nur Sinn Inhalte zu streuen, die rezipiert werden wollen. Inhalte, die in der Zielgruppe auf Anklang stossen. Wenn Seeding als Brechstange eingesetzt wird, um Erfolg und Aufmerksamkeit für Minderwertiges zu erzwingen, erzeugt lediglich folgende Effekte: Spott und Hohn aus den Communities, Abstossung, Empörung, Shit Storms und letztlich ein negatives Markenbild.

Deshalb ist es wichtig Seeding von vornherein in langfristige Content Marketing Strategien mit einzuplanen. Besonders in der Startphase kann Seeding ein wichtiges Mittel im Aufbau einer Community sein. So dass sich langfristig eigener Content wirklich fast von alleine verbreitet.

Dies ist ein studentischer Beitrag von Nicolas Hostettler (@MrBlueCH), den er im Rahmen der Vorlesung “Online-Marketing” verfasst hat. Nicolas studiert Publizistik, BWL und deutsche Sprachwissenschaft. Er arbeitet bei der digitalen Werbeagentur Serranetga als Consultant mit dem Fachgebiet Social Media und Seeding.

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Online Marketing Vorlesung
Ab 18. September 2012
Dienstag 08:00-09:45
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